Sperma Allergie | Es juckt beim Sex

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Sperma Allergie

Die Überschrift dieses News Artikels lädt zum schmunzeln ein ist aber für einige Menschen eine wirklich reale und unangenehme Situation. Vor kurzem berichteten wir in unserem Artikel „Sex hilft gegen Pickel“ von den Vorteilen des männlichen Spermas was aber nicht für alle Menschen richtig ist.

Brennen und Jucken beim Sex

Ausgerechnet bei der schönsten Nebensache der Welt juckt es. Beim Kontakt von Sperma mit der Haut kann es bei Menschen mit einer Sperma Allergie zu Rötungen und Ausschlag am ganzen Körper kommen, ist die Allergie stärker ausgeprägt kann es zu Durchfall und Erbrechen kommen.

Der Münchner Hautarzt Johannes Ring bestätigt diese selte Krankheit und hat diese auch im Universitätsklinikum München erforscht und vorallem Frauen behandelt, es kann jedoch auch Männer treffen.

Eine Spermaallergie ist zwar relativ selten, macht sich jedoch auf sehr unangenehme Art bemerkbar. Die Unverträglichkeit auf ein spezifisches Protein der Spermaflüssigkeit betrifft primär Frauen zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr. Allerdings sind nicht allein Frauen betroffen – bei Männern kann ebenso eine Unverträglichkeit auf die eigene Spermaflüssigkeit auftreten.

Unangenehme Symptome bereits innerhalb weniger Minuten

Die ernst zu nehmende Allergie wird bei Frauen in der Regel von einem PSA (Prostata-spezifischen Antigen) ausgelöst und ist nicht auf einen Partner beschränkt. Betroffene Frauen reagieren grundsätzlich auf männliche Spermaflüssigkeit allergisch. Die Symptome zeigen sich beispielsweise durch Hautrötung sowie Jucken und Brennen im Bereich der Vulva sowie anderen Kontaktstellen. Des Weiteren können Schwellungen und sogar Erbrechen sowie Durchfall auftreten. In schweren Fällen tritt ein anaphylaktischer Schock ein, der zum Tod führen kann. Dass PSA direkt mit allergischen Reaktionen bei Frauen in Verbindung steht, wurde dadurch beobachtet, dass bei männlichen Paaren bisher keinerlei Spermaallergie bekannt ist. Das Immunsystem von Männern ist PSA gegenüber tolerant.

Um eine Allergie auf Sperma exakt zu diagnostizieren, ist es zwingend nötig, dass sich beide Partner von einem Facharzt untersuchen lassen. Mediziner sprechen bei diesem Krankheitsbild von POIS (Postorgansmic Illness Syndrome). Die mysteriöse Erkrankung wurde 2002 erstmals beschrieben. Betroffene Personen klagten über extremer Müdigkeit, Fieber sowie brennenden Augen. Derartige Symptome zeigten sich bereits kurz (etwa dreißig Minuten) nach einer Ejakulation und zogen sich bis zu sieben Tagen hin.

Varianten zur Vorbeugung und Therapie

Bei Frauen kann die Sensibilisierung bereits während des Pettings auftreten. Gelangt hierbei Spermaflüssigkeit auf irgendeinen Hautbereich, können unvermittelt Jucken und Brennen sowie eine Hautrötung auftreten. Die jeweilige Frau nimmt es wahrscheinlich in den ersten Minuten gar nicht bewusst wahr. Auffällig ist allerdings, dass eine hohe Anzahl von Frauen die Symptome von POIS bereits im Anschluss an den ersten intravaginalen Verkehr bemerkt.

Für eine optimale Prophylaxe können allein Kondome sorgen, wenn keine Allergie auf Latex besteht. Eine weitere Möglichkeit der Sperma-Allergie vorzubeugen, besteht für Frauen darin eine Hyposensibilisierung mit aufbereitetem Ejakulat als Spritze (intrakutan) oder intravaginal durchführen zu lassen. Hierbei wird eine stetig ansteigende Dosis Allergen verabreicht, damit sich der Organismus langsam darauf einstellen kann. Zeigt diese Behandlung keinerlei Wirkung, können Medikamente (Antihistaminika) eingesetzt werden.